1.200.000 € für die Sport- und Kulturhalle

Meilensteine stehen für Fortschritt und Wegmarken, große Fels­brocken für unbewegliche Hindernisse und Herausforderungen. Bei der Scheckübergabe am 12. März vorm baufälligen Gustavsburger Bürgerhaus wurde die Vielfalt der Steinsymbolik deutlich: Während Daniel Martin, Vorsitzender des Sport- und Kulturbunds Gustavsburg, die Finanzspritze von Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) als „Meilenstein“ sieht, spricht Bürgermeister Thorsten Siehr (SPD) von einem „Tropfen auf den heißen Stein“. Reichen die zweckgebundenen 1,2 Millionen Euro aus, um den Bau der Sport- und Kulturhalle endlich ins Rollen zu bringen?

 

„Wir haben in den letzten anderthalb Jahren gelernt, was es für die Vereinswelt bedeutet, kein Bürgerhaus zu haben und jetzt sehen wir endlich wieder Licht am Ende des Tunnels“, sagt Daniel Martin. Gemeinsam mit den kommunalpolitischen Fraktionen und der Stadtverwaltung sei eine Bedarfsplanung entstanden, die die Anforderungen der Vereine an Räumlichkeiten, Bühne, Catering und Bestuhlung berücksichtigt. „Ziel sollte es sein, dass wir jede Veranstaltung unterbekommen, die wir heute haben“, betont Daniel mit Blick auf die Tanzabteilung des TV Gustavsburg, die Konzerte des Gesangvereins Einigkeit und den Gustavsburger Carneval Club, der seine Sitzungen zuletzt im Ginsheimer Bürgerhaus abhalten musste.

 

Gesamtkosten: 6,5 bis 7 Millionen

„Ich bringe Geld – 1,2 Millionen –, weil hier ein Bürgerhaus fehlt. Das alte ist baufällig und die Gemeinde hat lange drum gerungen, dass es ein neues gibt. Die Vereine brauchen das und der Bund kann einen kleinen Beitrag mit 1,2 Millionen leisten“, sagt Bauministerin Klara Geywitz (SPD) und sorgt damit für Freude bei Bürgermeister Thorsten Siehr. Er bezeichnet es als „wichtiges Zeichen“, dass Gustavsburg für das Förderprogramm »Jugend-, Kultur- und Sporteinrichtungen« ausgewählt wurde. Die Herausforderungen, mit denen Kommunen bei der Finanzierung solcher Projekte konfrontiert sind, seien erkannt worden, so der Bürgermeister. „Die Unterstützung der Kommunen ist indirekt natürlich auch eine Unterstützung für den Kreis“, betont der Erste Kreisbeigeordnete Adil Oyan (Grüne). Die Baugenehmigung für die neue Sport- und Kulturhalle erwartet Bürgermeister Siehr im Laufe des ersten Halbjahres, danach soll die Ausschreibung erfolgen. „Dann wissen wir, was das Ding (Sport- und Kulturhalle) endgültig kostet, und dann kann es losgehen“, verspricht Siehr. Die aktuellen Kostenschätzungen belaufen sich auf 6,5 bis 7 Millionen Euro – konkrete Angebote liegen allerdings noch nicht vor.

Förderbedarf sieht Thorsten Siehr auch bei der Realisierung weiterer Projekte. Wir brauchen eine neue Kita, wir brauchen ein neues Feuerwehrhaus, wir wollen das Altrheinufer aufhübschen. Da kommen Summen zusammen, die sind ordentlich. Und da sind 1,2 Millionen – so schön sie sind – erstmal nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, erklärt der Bürgermeister abschließend.

Axel S.


„Ich würde mich freuen, wenn ich sie (die Sport- und Kulturhalle) Ende 2026 einweihen kann“

Thorsten Siehr,

Bürgermeister von GiGu




Das Gustavsburger Bürgerhaus ist am Ende seiner Lebenszeit angekommen. Instandhaltungsmaßnahmen konnten den Betrieb bis Ende 2022 sicherstellen. Am 10. Januar 2023 schloss die Stadtverwaltung das Bürgerhaus aufgrund von Baumängeln. Bereits Ende 2008 beauftragte die Gemeinde GiGu ein Raum- und Nutzungskonzept. Seit 2010 wird über die Notwendigkeit eines Neubaus diskutiert. Die derzeitige Planung sieht einen Ersatzbau – die sogenannte Sport- und Kulturhalle – hinter der ehemaligen MAN-Verwaltung (heute: TIGZ) vor. Im Januar 2025 erhielt die Stadt GiGu den Zuwendungsbescheid über 1.200.000 Euro aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Das Geld ist zweckgebunden..


neuesausdermainspitze.de // 27.03.2025